„Bleiben Sie wachsam, kritisch und wissbegierig“ – Prof. Dr. Martin Klose im Gespräch

Prof. Dr. Martin Klose
Prof. Dr. Martin Klose

Seit dem Wintersemester 2019/2020 lehrt und forscht Dr. Martin Klose als neu berufener Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling, am Fachbereich Management, Controlling, HealthCare der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen. Wir sprachen mit Professor Dr. Martin Klose über seine bisherige Laufbahn, seine Pläne für Lehre und Forschung in Ludwigshafen und seine eigene Studienzeit.

Seit diesem Semester sind Sie als Professor in Ludwigshafen. Womit haben Sie sich vorher befasst?
Martin Klose: Aus dem Beteiligungscontrolling kommend war ich in 17 Jahren in der Unternehmenspraxis vor allem dort tätig, wo aufgrund einer besonderen Finanzierungssituation das Controlling bzw. der Finanzbereich vor besonderen Herausforderungen stand. In der Regel waren dies Unternehmen, hinter denen ein Finanzinvestor stand; bei einer meiner letzten Stationen war ich als CFO für eine finanzielle Restrukturierung verantwortlich. 

Was hat Sie zu diesem neuen Karriereschritt bewogen?
Mit dem Schritt an die Hochschule habe ich schon länger geliebäugelt. Es gab schon einmal eine Möglichkeit dazu, bei der ich allerdings mein damaliges Unternehmen und meine Mitarbeiter in einer kritischen Situation nicht alleine stehen lassen wollte. Die HWG LU habe ich als eine Hochschule kennen gelernt, die Ambitionen hat und nicht stehen bleiben möchte. Das reizt mich und zugleich passte es jetzt auch mit dem Umfeld, das ich in harmonischem Einverständnis und mit positiven Erinnerungen verlassen konnte.

Was reizt Sie besonders an der neuen Aufgabe?
Ich hatte in der Vergangenheit das große Glück, sehr viel Erfahrung zu sammeln und dabei auch mit Themen konfrontiert zu sein, die alles andere als alltäglich sind und die viele Betriebswirte in ihrem Berufsleben nicht zu Gesicht bekommen. Diese Erfahrung möchte ich nun gerne weitergeben und hoffe zugleich, dass es mir gelingt, die Studierenden damit für dieses Fach zu begeistern.

Welche thematischen Schwerpunkte setzen Sie in der Lehre?
Ganz eindeutig: Ich möchte den Studierenden ein Verständnis für ökonomische Sachverhalte und eine ökonomische Denkweise mitgeben. Leider werden heute sehr viele ökonomische Zusammenhänge nicht oder nicht richtig gesehen und dann in vielen Fällen auch falsch interpretiert. Wenn es mir gelingt, hier einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass sich dies in Zukunft ändert, wäre ich sehr zufrieden.

Und in der Forschung?
Herausforderungen an das Controlling in Sondersituationen wie etwa bei einem Start-Up, einer besonderen Finanzierungssituation oder in der Restrukturierung sind für mich momentan der Bereich, der mir am spannendsten erscheint. Ich habe dabei auch den Eindruck, dass dies in der Literatur allenfalls am Rande Beachtung findet. Zudem habe ich mich schon während meiner mit Assistentenzeit sehr gerne mit Dienstleistungen und deren Erstellung auseinander gesetzt und dies passt ja auch gut zum Fokus der HWG LU.

Woran denken Sie in Bezug auf Ihre eigene Studienzeit besonders gerne zurück?
Ich durfte in einem sehr persönlichen Umfeld studieren und habe dies sehr genossen. Ich habe eine solche Vielzahl an positiven Erinnerungen an meine Studienzeit, dass es den Rahmen dieses Interviews sprengen würde, dies alles zu erzählen. Auch mehr als zwanzig Jahre nach meinem Examen habe ich noch Kontakt zu mehreren Dutzend meiner früheren Kommilitonen – das spricht meines Erachtens eine deutliche Sprache. Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Studienzeit die Persönlichkeit mehr prägt als alles andere. Ich beobachte täglich Verhaltens- und Entscheidungsmuster an mir, bei denen ich genau weiß, aus welcher Vorlesung meines Studiums sie herrühren.

Viele BWL-Studierende sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, „BWL würden nur die studieren, die nicht genau wüssten, was sie wollten.“ Was würden Sie auf einen solchen Einwurf antworten?
Diesen Vorwurf kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Ich habe sehr viele Studierende dieses Faches kennen gelernt, die äußerst zielstrebig daran gearbeitet haben, sich sowohl persönlich als auch fachlich weiterzuentwickeln und sehr genau wissen und wussten, was sie erreichen möchten.

Was würden Sie den Studierenden als generellen Tipp mit auf den Weg geben?
Bleiben Sie stets (1) wachsam, (2) kritisch und (3) wissbegierig in Bezug auf das, was um Sie herum passiert!

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Interview: Elena Wassmann/Michelle Schlösser

 

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