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Dr. Marlene Jänsch verstärkt als Professorin für Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s den FB IV

Zum 1. September startet Dr. Marlene Jänsch (Jg. 1975) als Professorin für Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s. Zuvor lehrte und forschte die promovierte Diplom-Sozialpädagogin und -Sozialarbeiterin nach mehrjähriger wissenschaftlicher Mitarbeit am Projekt H³ der Hochschule Fulda als Verwalterin der Professur „Organisationsmanagement im Kontext regionaler Entwicklungsprozesse“ im Sommersemester 2025 an der HAWK Holzminden sowie im Wintersemester 2025/2026 und Sommersemester 2026 als Vertretungsprofessorin für „Soziale Arbeit und Soziale Gerontologie“ an der DHBW Heidenheim. Hier stellt sich Prof. Dr. Marlene Jänsch im Gespräch kurz vor:

Sie sind ganz frisch an der HWG LU. Hatten Sie denn einen guten Start?
Auf jeden Fall! Ich konnte mich relativ schnell in die Strukturen der HWG LU und des Fachbereichs einfinden und einarbeiten und kann nun gut vorbereitet in die Vorlesungszeit starten. Dabei habe ich bereits viel Unterstützung und Begleitung aus dem Kollegium erfahren, was mir den Einstieg sehr erleichtert hat.

Welche Aufgaben umfasst Ihre neue Position?
Ich werde das Thema Alter(n) in Forschung und Lehre der Sozialen Arbeit vertreten. Dazu gehört dauerhaft ein sozialgerontologischer Studienschwerpunkt. Grundsätzlich geht es aber auch darum, sich kontinuierlich damit auseinanderzusetzen, wie sich das Thema Alter(n) sinnvoll in bestehende Lehrstrukturen integrieren lässt. Für die Forschung ergeben sich vielfältige Fragestellungen, die von sozialer Ungleichheit oder einer Konstruktion sozialer Gleichheit im Alter über Engagementförderung und politische Teilhabe bis hin zu Bildung im Alter, der sogenannten Geragogik, reichen.

Was reizt Sie an der neuen Stelle besonders? 
Ich freue mich sehr darauf, ein Thema, das mich nahezu mein gesamtes berufliches und akademisches Leben begleitet hat, nun an der HWG LU vertreten und weiterentwickeln zu dürfen sowie ihm in Lehre und Forschung Sichtbarkeit zu geben. Spannend finde ich zudem interdisziplinäre und internationale Perspektiven ebenso wie die enge Verbindung zur Praxis der Sozialen Arbeit, insbesondere im mittlerweile ersten dualen Studiengang Soziale Arbeit an der HWG LU.

Was sehen Sie als besondere Herausforderung?
Die besondere Herausforderung der Sozialen Altenarbeit liegt darin, dass einem hohen Praxisbedarf nur wenige Praxisstellen, vergleichsweise wenig Forschung und ein sehr begrenzter Raum in den Curricula der Sozialen Arbeit gegenüberstehen. Zudem zeigt sich in Lehre, Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit häufig ein eher defizitorientiertes Bild älterer Menschen. Sie werden vorwiegend als Adressat:innen oder Nutzer:innen sozialer Angebote betrachtet und weniger als aktive Gestalter:innen gesellschaftlicher Diskurse und Prozesse.

In meinen ersten Semestern werde ich zunächst grundlegende Fächer lehren, in die ich bewusst und aktiv Themen, Beispiele und Bezüge aus der Sozialen Altenarbeit einfließen lassen werde. Sogenannte Altersbilder beziehen sich dabei keineswegs nur auf Menschen in höheren Lebensaltern. Sie prägen vielmehr Orientierungen, Bewertungen und Kategorisierungen, die wir häufig unhinterfragt mit bestimmten Altersgruppen verbinden. Diese Perspektiven möchte ich in meiner Lehre kontinuierlich kritisch reflektieren und auch didaktisch weiterentwickeln.

Was haben Sie vor Ihrem Amtsantritt in Ludwigshafen beruflich gemacht?
Nach einem Diplom im Fachbereich Sozialwesen (FH Fulda) und über 15 Jahre Praxis Sozialer Arbeit (Behindertenhilfe, Pflegeberatung, Stadtteilkoordination) habe ich vor 10 Jahren einen Master (Maps Sozialraum) abgeschlossen, der sich für mich als wegweisend für eine wissenschaftliche Laufbahn erwies. Nach mehreren Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Fulda wurde ich 2025 zum Thema Sorgearbeit im Sozialraum. Bildungspotenziale in ehrenamtlichen Hilfen für ältere Menschen promoviert und habe danach Professuren an der HAWK Holzminden und der DHBW Heidenheim vertreten.

Warum fiel Ihre Wahl auf die HWG LU?
Die Hochschule Ludwigshafen gilt in der Sozialen Arbeit als ein besonderer Ort für kritisch-reflexive Perspektiven, die trotz des mittlerweile hohen wissenschaftlichen Anspruchs des Fachs nicht überall in gleicher Weise verankert sind. Zudem ist Rheinland-Pfalz seit fast 30 Jahren meine Wahlheimat, und ich bin mit den Entwicklungen der Strukturen des Bundeslandes im Themenfeld Alter gut vertraut. Es freut mich daher in mehrfacher Hinsicht, dass mich mein beruflicher Weg nun hierhergeführt hat.

Ganz herzlichen Dank!

(Interview: PE/Hoko)

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Bei der Übergabe der Antrittsurkunde (v.l.): Hochschulpräsident Prof. Dr. Gunther Piller, Prof. Dr. Marlene Jänsch und Prodekanin Prof. Dr. Lena Loge (Bild: HWG LU/Tarulli)
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Prof. Dr. Marlene Jänsch (Bild: privat)