Im Wahlpflichtmodul „Transkulturelle Hebammenarbeit und Globalisierung“ beschäftigten sich die Studierenden des 7. Semesters Hebammenwissenschaft intensiv mit der Frage, wie Hebammenversorgung in Krisen- und Katastrophensituationen gewährleistet werden kann. In einem vorbereitenden Planspiel „Hebammen in einer Flutkatastrophe“ konnten sich die Studierenden bereits dem Thema annähern.
Am Freitag, den 5. Dezember, besuchte die Gruppe die Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Landesschule Nordrhein-Westfalen in Erftstadt – und erhielt einen einzigartigen Einblick in ein innovatives Versorgungsmodell. Vor Ort wurde ihnen das Projekt „Hebammenmobil“ vorgestellt: ein zum mobilen Versorgungsraum umgebauter Linienbus, der seit der Flutkatastrophe 2022 im Ahrtal eingesetzt wird, um schwangere Frauen, Wöchnerinnen und Neugeborene zu unterstützen. Das Konzept schafft einen sensiblen, niedrigschwelligen Betreuungsraum und reagiert auf typische Herausforderungen in Katastrophenlagen – etwa zerstörte Infrastruktur, Unsicherheiten im Zugang oder das Bedürfnis vieler Betroffener nach einem geschützten Beratungsort außerhalb des eigenen Wohnraums.
Im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes hatten die Studierenden einen wissenschaftlichen Interviewleitfaden entwickelt. Während des Besuchs führten sie erstmals qualitative Interviews mit Projektleiterin Stefanie Könitz-Goes und Hebamme Lisa Schütte, um Barrieren, Chancen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten mobiler Versorgungsangebote zu erforschen.
Eine detaillierte Auswertung der Interviews erfolgt noch im Verlauf des Semesters. Dabei werden die Studierenden von Professorin Michaela Michel-Schuldt PhD und Mareike Kast begleitet.
Das Projekt zeigt zugleich die strukturelle Komplexität der Hebammenversorgung in Krisen: fehlende Organisationsstrukturen und Datenlagen, schwankende politische Unterstützung, Herausforderungen in der Zielgruppenansprache und die bislang unzureichende Einbindung von Hebammen in Katastrophenschutzkonzepte.
Ein zentraler Reminder des Besuchs:
Auch in Katastrophenlagen haben Frauen und Neugeborene ein Recht auf sichere, respektvolle und kontinuierliche geburtshilfliche Versorgung.
Die Exkursion wurde im Rahmen interner Förderung für hochschulische Lehrforschungsprojekte vom Zentrum für Forschung und Kooperation finanziell unterstützt und stärkte den praxisnahen Einblick der Studierenden in innovative Versorgungsmodelle sowie in die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und transkultureller Kompetenz in Ausnahmesituationen.
Fachkontakt:
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen
Prof. Michaela Michel-Schuldt PhD
Professur Hbammenwissenschaft
Tel. 0621/5203-547
E-Mail: michaela.michel-schuldt@ 8< SPAM-Schutz, bitte entfernen >8 hwg-lu.de
Mareike Kast, M.A.
Praxisreferentin Hebammenwissenschaft
Tel. 0621/5203-146
E-Mail: mareike.kast@ 8< SPAM-Schutz, bitte entfernen >8 hwg-lu.de






