Rund 200 Teilnehmende sind am 24.06.26 zur 8. Fachtagung Pflege unter dem Leitthema „Gute Führung – gute Pflege“ zusammengekommen. Eingeladen hatten die Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland), die Metropolregion Rhein-Neckar und die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG). Das Publikum war bewusst breit aufgestellt: Fach- und Führungskräfte aus Pflegeeinrichtungen, Kliniken und ambulanten Pflegediensten trafen auf Beschäftigte aus Kommunalverwaltungen und Pflegeschulen sowie auf Vertreterinnen und Vertreter der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gute Führung unter zunehmend komplexen Rahmenbedingungen gelingen kann – und welchen Beitrag sie zu einer guten Pflege leistet.
Gemeinsamer Auftakt:
Den Tag eröffneten Benjamin Wehbring, Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Ralph Schlusche, Direktor des Verbands Region Rhein-Neckar, und Prof. Dr. Gunther Piller, Präsident der HWG Ludwigshafen. In Begrüßung und Auftaktinterview machten sie deutlich, dass die Sicherung von Fachkräften, gute Arbeitsbedingungen und eine wertschätzende Führungskultur in der Pflege eng zusammengehören – und dass die Region Rhein-Neckar hier eine gemeinsame Verantwortung von Hochschule, Arbeitsverwaltung und kommunalen Akteuren trägt.
Keynote: Wissen als Schlüsselressource in der Pflege
Den fachlichen Impuls setzte Prof. Dr. Nicole Seiler von der HWG Ludwigshafen mit ihrem Vortrag „Wissen als Schlüsselressource in der Pflege“. Sie zeigte auf, dass professionelles Wissen, Qualifizierung auf mehreren Ebenen und fundierte Entscheidungskompetenz zu zentralen Voraussetzungen guter Führung werden. Führungskräfte, so der Tenor, müssen Wissen nicht nur selbst vorhalten, sondern im Team systematisch verfügbar machen, weitergeben und in den Arbeitsalltag übersetzen. Damit verband Frau Prof. Dr. Seiler einen Appell, die Pflege konsequent als wissensbasierte Profession zu denken und Führung als Aufgabe zu verstehen, die Lern- und Reflexionsräume aktiv schafft.
Vier Fachforen: Von Resilienz bis zur neuen Rolle als Vorgesetzte
In zwei Durchgängen vertieften die Teilnehmenden anschließend vier praxisnahe Fachforen. Petra Weber (F+U Akademie für Wirtschaft und Sozialwesen) widmete sich in Forum 1 der Resilienz von Führungskräften und der Frage, wie sie in herausfordernden Zeiten stark bleiben. In Forum 2 stellten Christine Christmann und Martin Ulrich (Kreiskrankenhaus Grünstadt) unter dem Titel „Frei heißt frei. Punkt.“ neue Wege im Umgang mit Personalausfällen vor. Steffen Jugowetz (Universitätsklinikum Mannheim) gab in Forum 3 Orientierung für Führung in komplexen Zeiten, und Yvonne Peters (AWO Frankenthal) begleitete in Forum 4 den oft unterschätzten Übergang „Vom Kollegen zum Vorgesetzten“. Die parallele Struktur ermöglichte es den Teilnehmenden, gezielt die für sie relevanten Themen zu wählen und Erfahrungen einrichtungs- und sektorenübergreifend auszutauschen.
Blick in die Zukunft: Wie sieht Führung von morgen aus?
Zum Abschluss bündelten die Referent*innen die Erkenntnisse aus den Foren in einer gemeinsamen Diskussion unter der Leitfrage „Wie sieht Führung von morgen aus?“. Deutlich wurde, dass gute Führung in der Pflege kein Selbstzweck ist, sondern unmittelbar auf die Qualität der Versorgung, die Bindung von Fachkräften und die Attraktivität des Berufsfeldes wirkt.
Die Fachtagung Pflege fand bereits zum achten Mal statt und hat sich als feste Plattform für den fachlichen Austausch in der Metropolregion Rhein-Neckar etabliert. Die HWG Ludwigshafen bringt darin ihre pflegewissenschaftliche Expertise ein und verbindet wissenschaftliche Perspektiven mit den Anforderungen der Versorgungspraxis.
Kontakt
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Prof. Dr. Nicole Seiler
E-Mail: nicole.seiler@ 8< SPAM-Schutz, bitte entfernen >8 hwg-lu.de



