Am 9. Januar 2026 ist unsere Kollegin und ehemalige Prodekanin Professorin Dr. Monika Greening in Seeheim-Jugenheim im Alter von 60 Jahren verstorben. Monika Greening hatte seit 2020 eine Professur für Hebammenwissenschaft am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen inne.
Monika Greenings Familie stammte ursprünglich aus Niederbayern und Wiesbaden. In Seeheim-Jugenheim lebte sie lange Jahre mit ihrem Mann und ihrer Familie. Durch ihre Heirat entdeckte sie eine tiefe Liebe für Italien. Das Familienleben war für sie Dreh- und Angelpunkt, und ihre besonders gute Beziehung zu Kindern zeigte sich dadurch, dass sie acht Patenkinder hatte und ihren Enkelkindern, Nichten und Neffen eine liebevolle Großmutter und Tante war. Auch ihr Hund Milou war ihr ein treuer und wichtiger Begleiter in den vergangenen Jahren, insbesondere während ihrer schweren Erkrankung im letzten Jahr.
Ihr beruflicher und akademischer Werdegang begann an der Hebammenschule der Universitätsklinik Gießen. Dort schloss sie 1993 ihre Hebammenausbildung ab, arbeitete als freiberufliche, angestellte sowie leitende Hebamme in Darmstadt und Mainz und studierte zwischen 2001 und 2005 an der evangelischen Hochschule in Darmstadt Pflegewissenschaft. Nach ihrem Diplom dozierte sie an verschiedenen Hochschulen und Hebammenschulen. Es folgte eine Promotion an der Technischen Universität Darmstadt in der Berufspädagogik. Ihre Dissertation mit dem Titel „Identifizierung von Belastungsfaktoren und Beanspruchung von Hebammenschülerinnen während der Berufsausbildung“ schloss sie im Jahr 2011 ab.
Die Umstände der Ausbildung zu analysieren und Verbesserungspotentiale zu identifizieren, um unnötige Belastungen oder Traumatisierungen in der Ausbildung zu vermeiden, war ihr großes Interesse. Diese thematische Setzung entspricht auch dem Wesen von Monika Greening. Das Menschliche bzw. der sorgfältige Umgang im menschlichen Miteinander waren ihr ein großes Anliegen, und so war sie trotz ihrer Professionalität im beruflichen Alltag immer eine Person, die die persönliche Begegnung suchte und das Team und die Sache in den Vordergrund stellte. Das Ergebnis war ihr stets wichtiger als ihre eigene Person oder ihr individueller Erfolg.
Nach ihrer Dissertation 2011 erhielt sie ihren ersten Ruf an die Evangelische Hochschule Nürnberg. Anschließend wechselte sie an die Katholische Hochschule Mainz. Dort wurde sie auf eine der ersten Professuren für Hebammenwissenschaft in Deutschland berufen und war auch als Prodekanin und Dekanin aktiv.
2020 wechselte Monika Greening an die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen und entwickelte an unserer Hochschule als Professorin für Hebammenwissenschaft und stellvertretende Studiengangleitung während der Pandemie gemeinsam mit den Kolleginnen im Studienbereich den primärqualifizierenden Studiengang Hebammenwissenschaft. Dieser startete erstmalig im September 2021. In ihrem Verantwortungsbereich lag die Konzeption des Skills- und Simulationszentrums und sie widmete sich mit viel Engagement diesem komplexen Thema. Es war ihr wichtig, dass Studierende der Hebammenwissenschaft sehr gute Bedingungen für das Studium vorfinden und auf ihre praktischen Einsätze bestens vorbereitet werden.
Dementsprechend setzte sie sich auch dafür ein, die junge Disziplin Hebammenwissenschaft bundesweit weiter zu entwickeln. Von 2012 bis 2018 engagierte sie sich bei der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft zunächst als Beirätin und dann als Präsidentin der wissenschaftlichen Fachgesellschaft. Sie beteiligte sich an der Erstellung der S3-Leitlinie „Sectio Caesarea“; keine leichte Arbeit, da in der Leitliniengruppe auch immer wieder Konfliktlinien mit anderen Berufsgruppen existierten.
Monika Greenings Leben war bewegt und voller Bewegung! Sie liebte das Laufen und bewegte mit ihrem verschmitzten Lächeln, ihrer Authentizität und ihrer charismatischen Präsenz andere Menschen. Sie beherrschte die Kommunikation ohne Worte bis zuletzt über ihre Körpersprache. Das Körperliche, eines der bestimmenden Themenfelder in der Geburtshilfe, hatte ihr persönliches und wissenschaftliches Interesse stets begleitet. Der Embodiment-Ansatz war eine These, mit der sie sich vertieft auseinandersetzte: Denken, Fühlen und Handeln sind demnach untrennbar mit dem Körper verbunden. Der Körper beeinflusst das Denken – Wissen ist damit verkörpert und der Körper ist Träger von Erfahrung, Wissen und Beziehung.
Monika Greening hat die Übernahme von Verantwortung nie gescheut, weder als Hebamme, als Kreißsaalleitung, als Professorin, noch als Privatperson. Sie übernahm Aufgaben in der Selbstverwaltung und wollte auch zukünftig für den Fachbereich Verantwortung übernehmen. So hatte sie sich bereiterklärt, das Amt der Dekanin im Jahr 2025 zu bekleiden. Leider erkrankte sie im Februar 2025 und konnte ihre Pläne und Ziele nicht mehr umsetzen. Es war ihr nicht mehr möglich, ihr Forschungsprojekt im Forschungsverbund „Empower“ zu beenden, ihr Forschungssemester zu verfolgen, sich als Dekanin wählen zu lassen, die ersten Absolventinnen der Hebammenwissenschaft zu verabschieden, die Promotionsbetreuungen abzuschließen, die Eröffnung des Skills- und Simulationszentrums zu feiern und die geplante Feier zu ihrem 60. Geburtstag mit ihren Kolleginnen zu begehen.
Ihr Tod erfüllt uns mit großer Traurigkeit. An der HWG LU, im Fachbereich und vor allem im Studienbereich Hebammenwissenschaft, wird sie uns sehr fehlen – als Kollegin, als Wegbegleiterin und als Mensch. Wir trauern mit ihrem Ehemann und ihrer Familie.







