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Theorie trifft Praxis: Studierende der HWG LU analysieren das Ärztenetz GO-LU eG

Ludwigshafen am Rhein – Wie wissenschaftliche Methoden konkrete Mehrwerte für die Praxis schaffen können, zeigten unsere Studierenden des Bachelorstudiengangs Gesundheitsökonomie im Praxisverbund (4. Semester). Im Rahmen einer mehrwöchigen Fallstudie analysierten Dana Ehret, Lily Niebes, Chiara Jahn, Alissa Hoffmann, Laura Süntzenich, Seren Özkan und Etiosa-Rivers Atohengbe die GO-LU eG und präsentierten am 2. Juni 2026 ihre Ergebnisse vor Unternehmens- und Hochschulvertreterinnen.

Die Fallstudie ist Bestandteil des praxisintegrierten Lehrkonzepts der HWG LU, das gezielt die Verbindung von wissenschaftlicher Ausbildung und realen Herausforderungen im Gesundheitswesen stärkt. Statt mit fiktiven Szenarien arbeiteten die Studierenden an einem konkreten Praxisfall aus der Region und übernahmen Verantwortung für Analyse, Bewertung und Präsentation ihrer Ergebnisse.
 

Systematische Analyse der Gesundheitsorganisation Ludwigshafen (GO-LU)
Ziel der Fallstudie war eine fundierte Untersuchung der GO-LU eG. Im Fokus standen die Identifikation von Stärken und Schwächen, die Ableitung zentraler Erfolgsfaktoren sowie die Entwicklung von Handlungsempfehlungen. Die bewusst offen gestaltete Aufgabenstellung erforderte ein hohes Maß an Eigenständigkeit und analytischem Denken und wurde von den Studierenden sowohl als anspruchsvoll als auch als besonders lehrreich erlebt.

Die GO-LU eG ist ein genossenschaftlich organisierter Verbund von Ärztinnen und Ärzten in der Metropolregion Rhein-Neckar. Als Organisation im Spannungsfeld zwischen Gemeinwohlorientierung und wirtschaftlichen Anforderungen bietet sie ein besonders geeignetes Umfeld für die Anwendung gesundheitsökonomischer Analyseansätze.
 

Wissenschaftlich fundiert und praxisnah
Im Verlauf des Projekts erhoben und analysierten die Studierenden relevante Unternehmensdaten, führten ein Benchmarking mit vergleichbaren Gesundheitsnetzen durch und entwickelten darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen. Aus Sicht von Go-LU war die Strukturierung der zahlreichen Handlungsempfehlungen anhand der Kriterien „Relevanz“ und „Umsetzungsaufwand“ hilfreich, da dies die Auswahl von kurz-, mittel- bzw. langfristig umzusetzenden Maßnahmen unterstützt. Zum Einsatz kamen zudem Methoden der Stärken-Schwächen-Analyse sowie Instrumente der strategischen Umfeldanalyse, wie sie im Studium vermittelt werden.

Die Abschlusspräsentation erfolgte vor der Geschäftsführung der GO-LU eG sowie den betreuenden Professorinnen. Die anschließende Diskussion zeigte, dass das studentische Team relevante und praxistaugliche Empfehlungen erarbeitet hat. 
 

Enge Begleitung durch Hochschule und Praxis
Betreut wurde das Projekt von Prof. Dr. Elke Raum und Prof. Dr. Eveline Häusler, die den Arbeitsprozess von der Konzeption bis zur Präsentation begleiteten. Seitens der GO-LU eG unterstützte Geschäftsführerin Petra Höhn das Projekt als zentrale Ansprechpartnerin und ermöglichte den Studierenden vertiefte Einblicke in die Strukturen und Herausforderungen der Organisation.

Prof. Dr. Elke Raum würdigte die Ergebnisse mit den Worten:
„Die Studierenden haben Ihnen heute eine Vielzahl an Maßnahmen präsentiert, aus dem sich die GO-LU die für sie passenden Impulse auswählen kann.“
 

Konkrete Impulse für die Unternehmenspraxis
Die präsentierten Ergebnisse decken ein breites Spektrum an Handlungsfeldern ab – von Digitalisierung über Kommunikationsstrategien bis hin zu Fragen der strategischen Positionierung mit Blick auf Veränderungen in der Versorgungslandschaft und den Anforderungen junger Ärztinnen und Ärzte. Frau Höhn bestätigte, dass einige der konkreten Vorschläge aus der Präsentation geprüft und umgesetzt werden sollen.

Bei Prof. Dr. Eveline Häusler stieß mit Blick auf digitale Innovationen in der Gesundheitsversorgung und die heterogene Ausgangssituation in den Praxen vor Ort das vorgeschlagene GO-LU Zertifikat „Digitale Praxen“ auf besonderes Interesse. 
 

Lernen im Dialog
Das Projekt verdeutlichte den Mehrwert praxisnaher Lehrformate für beide Seiten: Während die Studierenden wertvolle Erfahrungen in Analyse und professioneller Kommunikation sammelten, erhielt der Praxispartner neue Impulse durch den externen Blick. Petra Höhn würdigte die Qualität der erarbeiteten Empfehlungen und ermutigte die Studierenden, mit Selbstvertrauen in ihrer professionellen Rolle aufzutreten. Für sich selbst zog sie die Lehre, bei zukünftigen Projekten, die Fragestellung stärker zu fokussieren, um die Bearbeitung noch zielgerichteter zu gestalten. Gleichzeitig äußerte sie ausdrücklich Interesse daran, das Format der Fallstudie in Zusammenarbeit mit der HWG LU zu wiederholen. „Das Thema Bildung liegt mir sehr am Herzen. Die Fallstudie ist eine hervorragende Möglichkeit für Studierende, an realen Fragestellungen aus der Praxis zu arbeiten. Für uns als Praxispartner sind die Impulse aus der Wissenschaft und die frischen Ideen der Studierenden sehr wertvoll. Wir sind gerne bei der nächsten Fallstudie wieder mit dabei."
 

Kooperation mit Zukunft
Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der HWG LU und der GO-LU eG zeigt das Potenzial enger Partnerschaften zwischen Hochschule und regionalem Gesundheitssektor. Für die Studierenden bedeutete das Projekt eine wertvolle Ergänzung ihres Studiums: Sie traten als kompetente Gesprächspartner auf und konnten ihr Wissen unmittelbar in einem realen Kontext anwenden.

 

Eine Gruppe von acht Personen steht vor einer Präsentationswand, auf der eine farbenfrohe Heatmap mit dem Titel „Konkrete Handlungsempfehlungen – Heatmap“ zu sehen ist. Sie sind teils leger, teils geschäftsmäßig gekleidet, was auf ein professionelles Umfeld hindeutet. Der Raum ist gut beleuchtet, an der Decke ist ein Projektor angebracht, und im Vordergrund steht ein Laptop auf einem Schreibtisch.

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