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„Wer mit dem Rad kommt, dem spendieren wir ein Wassereis“

Studierende des Masterstudiengangs „Sustainability Management“ entwickeln Nachhaltigkeitskonzepte für die Landesgartenschau 2028 in Neustadt an der Weinstraße.

800.000 Besucher*innen, 193 Tage Laufzeit und ein deutlich überregionaler Einzugsbereich: Wie gestaltet man ein Großevent wie die Landesgartenschau nachhaltig ohne das Besuchserlebnis dabei zu beeinträchtigen? Mit dieser Frage beschäftigten sich drei Studierendengruppen des Masterstudiengangs „Sustainability Management“ im Rahmen des Praxisprojekts Environmental, Social und Governance (ESG) von Prof. Dr.-Ing. Doruk Özdemir: „Ziel des Projekts war es, ökologische und soziale Aspekte stärker in die Planung und Umsetzung zu integrieren und gleichzeitig wirtschaftliche sowie funktionale Anforderungen zu berücksichtigen“, so Özdemir. Das Besondere dabei: Die Empfehlungen wurden nicht „für die Schublade“ erarbeitet, sondern erfolgten im direkten Auftrag der Landesgartenschau. „Als Auftraggeber definierte die Landesgartenschau eine Reihe von Themenblöcken für unsere Studierenden, unter anderem ein Excel-basiertes Emissionsbilanzierungs-Tool, ein nachhaltiges Catering-Konzept sowie Ideen zur Optimierung der Mobilitätsstrukturen. Als Bewertungskriterien zogen wir neben der inhaltlichen Qualität der Maßnahmen ihre praktische Umsetzbarkeit, die Auswirkungen auf klimarelevante Emissionen, die Berücksichtigung von Materialkreisläufen sowie die daraus entstehenden Kosten heran“ erläutert Özdemir.

Nach einem Semester Recherchen, Excel-Programmierung und kreativer Denkarbeit war es dann Ende Juni soweit: Drei Teams präsentierten ihre Lösungsansätze dem Entscheidungsgremium - bestehend aus Prof. Özdemir und den beiden Auftraggeber*innen Dr. Andrea Petmecky (Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße mit Zuständigkeit Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung) und Reinhard Goos (Projektleitung Ausstellung & Betrieb der Landesgartenschau Neustadt an der Weinstraße gGmbH). 

„Wir haben uns ehrgeizige, aber erreichbare Ziele gesetzt“, erläutert die erste Gruppe in ihrer Einleitung und setzt damit den Tenor auch für die folgenden Studierendenteams. So wird natürlich kein rein veganes Catering vorgeschlagen, wohl aber eine deutliche Reduzierung der fleischhaltigen Speisen sowie ein vertraglich bereits in der Ausschreibung festgelegter Anteil an regionalen und biologisch erzeugten Produkten. Und auch die soziale Teilhabe kommt nicht zu kurz: „Wir finden es wichtig, mindestens ein Gericht unter 6 EUR anzubieten, damit sich das auch Menschen mit geringerem Einkommen leisten können.“

Die zweite Gruppe beeindruckte das Gremium mit einer Reihe gut durchdachter Vorschläge zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung und Verpackungsabfällen, zur nachhaltigen Essensauswahl und zur Reduktion des Verkehrsaufkommens. „Gut gefallen hat mir hier insbesondere, dass die Studierenden alle Ideen mit konkreten Abschätzungen zur Umsetzung und zum Ressourcenbedarf unterlegt haben. Das kam auch bei unseren externen Gästen sehr gut an“, lobt Prof. Özdemir. So wird beispielsweise zur Lösung der Problematik überschüssiger Lebensmittel eine Kooperation mit der Plattform Too-Good-To-Go vorgeschlagen: Über diesen Weg könnten Besucher*innen am Ende des Tages günstig Lebensmittel erwerben, die den Cateringanbietern übriggeblieben sind. 

Noch umfassender hatte das dritte Team die Aufgabenstellung bearbeitet: Neben einem Ansatz zur Nutzung hybrider Solarstromgeneratoren zur Eigenproduktion von Strom präsentierten die Studierenden Ideen für Kombi-Angebote zwischen der Landesgartenschau und nachhaltigen Übernachtungsangeboten in der Region sowie für eventorientierte Fahrradtouren. Illustriert wurden die Ideen durch passende Printmaterialien und einen ersten Vorschlag für eine Website. Von Projektleiter Reinhard Goos gab es dafür den Ritterschlag: „Der Blick über den Tellerrand hinaus hat mich so beeindruckt, dass ich den Auftrag im Rahmen eines echten Bieterverfahrens wahrscheinlich direkt an dieses Team vergeben hätte.“

Und so sind am Ende des Präsentationstages sowohl der betreuende Professor als auch die Gäste hochzufrieden: „Ich fand die Ideen der Studierenden sehr erfrischend, zum Teil im wahrsten Sinne des Wortes. So schlug eine Gruppe vor, den Besucher*innen, die zu Fuß oder per Fahrrad zur Landesgartenschau kommen, ein Wassereis zu spendieren“, resümiert Dr. Andrea Petmecky, die in der Stadtverwaltung Neustadt a. d. Weinstraße zuständig ist für Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung. Und Hochschulpräsident Prof. Dr. Gunter Piller ergänzt: „Für die Studierenden sind Projekte dieser Art eine hervorragende Gelegenheit, praxisnah zu arbeiten, Einblicke in spannende Arbeitsfelder zu gewinnen und erste Kontakte in die Praxis zu knüpfen. Gleichzeitig sind auch wir als Hochschule hochinteressiert an den erarbeiteten Ansätzen. Einiges davon lässt sich gegebenenfalls im Rahmen unserer eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen umsetzen.“ 

Ein Mann im Anzug spricht neben einer farbenfrohen Installation mit der Aufschrift „LGS 28“ in ein Mikrofon.
Drei Studentinnen in einem modernen Besprechungsraum mit einem Whiteboard, auf dem eine bunte Grafik zu sehen ist, einem Laptop auf einem Podest und einem Tisch mit Getränken und Snacks.
Zwei Studentinnen in einem modernen Besprechungsraum; eine von ihnen zeigt auf eine Beamer-Leinwand..
Drei Personen sitzen an einem Konferenztisch und sind tief in eine Diskussion vertieft.
Vier Studierende stehen in einem modernen Besprechungsraum; eine von ihnen hält an einem Rednerpult, das mit einem Laptop und einem roten Logo ausgestattet ist, eine Präsentation, während die anderen aufmerksam zuhören.

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