Am 28. April 2026 erhielten wir Erstsemesterstudierenden des Studiengangs BWL mit Schwerpunkt Logistik für Internationals zusammen mit der Dozentin unseres C1-Deutschkurses, Jennifer Jost (International Office), Einblick in den Stammsitz des Chemiegiganten BASF (Badische Anilin- & Soda-Fabrik) in Ludwigshafen.
Das BASF Visitor Center war die erste Stelle unseres Besuchs. Nach einer kurzen Busfahrt von unserer Hochschule erreichten wir das Werk und erhielten dort eine Führung durch das BASF-Museum. Dort wurde die Geschichte des Unternehmens und die Bedeutung von Chemie in unserem Alltag erklärt. Besonders interessant war, dass im Museum verschiedene Sinne angesprochen wurden. An einer Station sollten wir zum Beispiel mit unserem Geruchssinn erkennen, welche Aromen natürlich und welche chemisch hergestellt worden waren. Das Highlight unseres Besuchs im BASF-Museum war das Experiment zu Wasserstoffraketen. Bei diesem Experiment mussten wir so lange an einer Kurbel drehen, bis genügend Energie erzeugt wurde, die den Start einer kleinen Rakete ausgelöst hat, die dann in die Höhe geschossen ist. Der dabei entstehende Knall war besonders laut. Dabei wurde gezeigt, wie Wasserstoff durch seine hohe Detonationsgeschwindigkeit Raketen antreiben kann.
Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus über das Werksgelände und damit teilweise durch einen Wald aus Rohrleitungen. Das große Werklager und die gute Infrastruktur waren sehr beeindruckend. Viele unterschiedliche Chemikalien werden dort hergestellt. Besonders interessant fanden wir, dass die BASF seit 2025 eine hochmoderne Anlage hat, die Electronic Grade Ammoniumhydroxid produziert. Dieses wird in der Herstellung von Mikroelektronikchips in Europa verwendet. Für den Transport sind eine gute Logistik und sicherere Lieferwege wichtig, da strenge Sicherheitsregeln eingehalten werden müssen.
Die BASF ist wie eine eigene Stadt organisiert und verfügt über eigene Zug- und Bushaltestellen sowie einen Hafen auf dem Werksgelände am Rhein. Dank der zentralen Lage in der Metropolregion Rhein-Neckar ist das Unternehmen hervorragend an den Schiff-, Bahn- und Straßenverkehr angebunden. Rohstoffe werden überwiegend per Schiff und Zug angeliefert, während die fertigen Produkte weltweit exportiert werden. Besonders interessant sind die autonomen Fahrzeuge, die Container selbstständig über das Werksgelände transportieren.
Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei der BASF eine große Rolle. Das Unternehmen nutzt moderne Systeme, um die Verschmutzung des Rheins zu vermeiden und die Umwelt zu schützen: In Notfallsituationen kann aus einem im Rhein verlegten Rohr eine Wasserwand aufgebaut werden, damit die Schadstoffe nicht in den Fluss gelangen können.
Der Besuch hat uns einen spannenden Einblick in die Abläufe eines großen Industrieunternehmens in Ludwigshafen gegeben. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die Logistik für die Produktion und den Transport der Produkte ist. Außerdem haben wir gesehen, dass eine gute Organisation, sichere Transportwege und moderne Technik eine große Rolle für einen reibungslosen Ablauf spielen.
Mengxin Xu, Nilesh Yeshwant Waghmare, Habiboullah Waled (Erstsemesterstudierende des Studiengangs BWL mit Schwerpunkt Logistik für Internationals)


