COMPASS-Projekt startet erste Mission in Usbekistan:
Ein Meilenstein für die akademische Pflege- und Hebammenausbildung in Zentralasien
Taschkent / Termez, Usbekistan – Februar 2026
Der erste internationale Besuch im Rahmen des Projekts COMPASS – Competency-Oriented Outcomes in Midwifery and Nursing Professionalization and Academic Systems Strengthening fand erfolgreich vom 27. Januar bis 12. Februar 2026 statt und markiert einen wichtigen Schritt zur Stärkung der akademischen Pflege- und Hebammenausbildung in Usbekistan.
Das COMPASS-Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Usbekistan beauftragt und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Ziel des Projekts ist es, Usbekistan bei der Entwicklung kompetenzbasierter, international ausgerichteter Bachelorstudiengänge in Pflege und Hebammenwesen zu unterstützen und damit zur Verbesserung der Versorgungsqualität, der Gesundheitsergebnisse der usbekischen Bevölkerung sowie zur langfristigen Professionalisierung des Gesundheitspersonals beizutragen.
Starke internationale und nationale Partnerschaft
Die internationale Delegation setzte sich aus Expertinnen und Experten der Pflege- und Hebammenwissenschaft der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, kurz HWG LU, (Deutschland) sowie der JAMK University of Applied Sciences (Finnland) zusammen. Zum Expertenteam gehörten:
- Prof. Dr. Michaela Michel-Schuldt (HWG LU)
- Prof. Dr. Karen Fried (HWG LU)
- Meike Kolfenbach (HWG LU)
- Dr. Johanna Heikkilä (JAMK University of Applied Sciences)
- Virpi Liljeström (JAMK University of Applied Sciences)
- Dr. Klara T. Yadgarova (nationale Expertin für Müttergesundheit)
- Shakrizoda Tashmatova (nationale Pflegeexpertin)
Sie arbeiteten eng mit nationalen Expertinnen und Experten der Taschkent State Medical University (TSMU), Vertreterinnen und Vertretern des usbekischen Gesundheitsministeriums sowie regionalen Fachkräften aus Taschkent und Termez zusammen.
Von Taschkent nach Termez: Grundlagen schaffen
Der Besuch begann in Taschkent mit Gesprächen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern des Gesundheitsministeriums sowie einem nationalen Workshop an der Tashkent State Medical University. Im Mittelpunkt des Workshops standen die Definition beruflicher Rollen, Tätigkeitsbereiche und Kernkompetenzen akademisch ausgebildeter Pflegefachpersonen und Hebammen, ausgerichtet an den Gesundheitsbedarfen der Bevölkerung und internationalen Standards.
Aufbauend auf den im Workshop gewonnenen Erkenntnissen reiste die Delegation anschließend nach Termez in der Region Surxondaryo an der Grenze zu Afghanistan. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation besteht in dieser Region ein erheblicher Mangel an qualifizierten Pflegefachpersonen und Hebammen, wodurch sie zu einer prioritären Region für die Entwicklung akademischer Studienprogramme wird. In diesem Kontext ist COMPASS besonders gut positioniert, um nachhaltige Wirkung zu entfalten.
Ein historischer Meilenstein für die Pflege- und Hebammenausbildung
Während intensiver Arbeitssitzungen in Termez entwickelten internationale und nationale Expertinnen und Experten gemeinsam:
- Kompetenzrahmen für Bachelorstudiengänge in Pflege und Hebammenwesen
- Studienpläne und Modulstrukturen
- erste exemplarische Module für beide Studiengänge
- Grundlagen für kompetenzbasierte klinische Praxiseinsätze sowie Skills- und Simulationslehre
Ein zentraler Meilenstein des Besuchs war die Vereinbarung, das Hebammenwesen als eigenständigen Beruf klar von der Pflege abzugrenzen und als Direkteinstiegs-Bachelorstudiengang umzusetzen. Damit wird der Bachelorstudiengang Hebammenwesen an der TSMU Taschkent (Zweigstelle Termez) zu einem der ersten Direkteinstiegs-Bachelorprogramme für Hebammen in der gesamten zentralasiatischen Region.
Ausblick
Die COMPASS-Partner blicken mit Stolz auf die bedeutenden Fortschritte dieses ersten Projektbesuchs. Die enge Zusammenarbeit zwischen usbekischen Institutionen, internationalen akademischen Partnern und der GIZ hat eine tragfähige Grundlage für die nächsten Projektphasen geschaffen.
Die nächsten Schritte umfassen die Fertigstellung der neu entwickelten Kompetenzen für Pflegefachpersonen und Hebammen, die Einreichung der Studienpläne beim Gesundheitsministerium sowie den Abschluss der Curriculumentwicklung bis Mai.
Das Konsortium freut sich darauf, die Arbeiten mit Blick auf den offiziellen Start der Bachelorstudiengänge in Pflege und Hebammenwesen im September 2026 fortzusetzen und damit zu einem modernen, kompetenzbasierten Gesundheitssystem sowie verbesserten Gesundheitsergebnissen für die Bevölkerung Usbekistans beizutragen.
Fachkontakt:
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen
Prof. Dr. Michaela Michel-Schuldt / Prof. Dr. Karen Fried
Professorinnen für Hebammenwissenschaft
michaela.michel-schuldt@ 8< SPAM-Schutz, bitte entfernen >8 hwg-lu.de / karen.fried@ 8< SPAM-Schutz, bitte entfernen >8 hwg-lu.de




