Ludwigshafen, Juni 2026. Mit Prof.in Nina Knape PhD und Prof.in Michaela Michel-Schuldt PhD war die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) gleich doppelt auf dem 34. Triennalen Kongress der International Confederation of Midwives (ICM) vertreten, der vom 14. bis 18. Juni 2026 in Lissabon, Portugal, stattfand. Unter dem Motto „One Million More Midwives“ kamen mehrere tausend Hebammen, Hebammenwissenschaftler*innen, Bildungsexpert*innen und Vertreter*innen von Berufsverbänden aus aller Welt zusammen, um über die Zukunft des Berufsstandes und über sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte zu diskutieren.
Laut aktuellen Schätzungen fehlen weltweit mindestens 900.000 Hebammen. Mit einer Million zusätzlicher Hebammen ließen sich Berechnungen zufolge bis 2035 jährlich bis zu 4,3 Millionen Leben retten. Der Kongress bot in Keynotes, Panels und Workshops die Bühne, um Wege zu mehr, besser ausgebildeten und regulierten Hebammen weltweit zu erarbeiten.
Vier Beiträge der HWG LU
Gemeinsam mit Kolleginnen der HAW Hamburg, der Hochschule Bochum und der Medizinischen Hochschule Hannover richteten Prof.in Knape und Prof.in Michel-Schuldt das Satellitensymposium „World Café: Visions for Midwifery Master Programmes“ aus. An vier Thementischen – Klinische Praxis, Forschung, Bildung und Leadership – diskutierten die internationalen Teilnehmenden in zwei Gesprächsrunden, welche Kompetenzen Hebammen benötigen, wie diese ihren Tätigkeitsbereich erweitern und welche neuen beruflichen Rollen sich daraus ergeben. Jede Gruppe stellte ihre Ergebnisse im Plenum vor und es entstand ein lebendiger Austausch, der konkrete Impulse für die Weiterentwicklung akademischer Bildungsbiographien für Hebammen über den Bachelor hinaus lieferte.
Mit Kolleginnen des ICM Regional Professional Committee Europa organisierte Prof.in Michel-Schuldt zudem einen Workshop, in dem von den Teilnehmenden ein praxisnahes Toolkit für Studierende und Praxisanleiterinnen erarbeitet wurde. Außerdem präsentierte sie eine Erhebung unter Hebammen und Verbandsvertreterinnen aus 19 Ländern zu Barrieren und Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von ICM-Standards in Europa und Zentralasien: Neben Engagement und guter Fortbildung zeigen sich vielerorts strukturelle Barrieren wie wirtschaftliche Zwänge oder fehlende politische Unterstützung.
Schließlich stellte Prof. Michel-Schuldt ein Poster zu Hebammenzentralen in Rheinland-Pfalz vor, das Ergebnisse mehrerer von ihr begleiteter Masterarbeiten der HWG Ludwigshafen und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Lehrforschungsprojekten aus dem Studiengang „Innovative Versorgungspraxis in der Pflege und im Hebammenwesen“ bündelte. Die Erhebungen von Gila Heusermann, Lucy Wächter und Annika Schröder zeigen: Hebammenzentralen erleichtern die Vermittlung zwischen Schwangeren und Hebammen, benötigen aber eine nachhaltigere Finanzierung und bessere Einbindung in die Versorgungsstrukturen.
Globaler Austausch und neue Kontakte
Über die eigenen Programmpunkte hinaus nutzten beide Professorinnen den Kongress für den fachlichen Austausch mit Hebammenwissenschaftlerinnen aus aller Welt. So trafen sie unter anderem Kolleginnen der Nagoya City University in Japan sowie Vertreterinnen von neun Hochschulen aus dem Verbund des International Student Midwives Network – und knüpften darüber hinaus zahlreiche weitere Kontakte innerhalb ihres internationalen Netzwerks. Aus den Gesprächen erwuchsen vielversprechende Ansätze für künftige Kooperationen in Forschung und Lehre.
„Der Austausch mit Kolleginnen weltweit zeigt: Die Herausforderungen unseres Berufs ähneln sich überall – und internationale Zusammenarbeit ist der Schlüssel zu gemeinsamen Lösungen“, so Prof. Dr. Michaela Michel-Schuldt
Prof. Nina Knape PhD ergänzt: „Im Austausch mit Kolleginnen aus ganz unterschiedlichen Versorgungssystemen können wir internationale Perspektiven auch in unsere eigenen Studiengänge tragen und diese bereichern“.
Die Teilnahme am Kongress wurde im Rahmen des Erasmus+ - Programms der Europäischen Union finanziert und unterstreicht damit auch die internationale Ausrichtung der Lehr- und Forschungsaktivitäten der HWG Ludwigshafen im Bereich Hebammenwissenschaft.
Über die HWG Ludwigshafen Die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen bietet im Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen unter anderem die Studiengänge Hebammenwissenschaft sowie vorbehaltlich einer positiven Akkreditierung den für den Start im Sommersemester 2027 geplanten Masterstudiengang Hebammenwissenschaft (Advanced Practice Midwifery - APM) an und engagiert sich in nationaler wie internationaler Forschung und Lehre zur Stärkung der Hebammenversorgung.
Pressekontakt
Professorin Michaela Michel-Schuldt PhD michaela.michel-schuldt@ 8< SPAM-Schutz, bitte entfernen >8 hwg-lu.de
Professorin Nina Knape PhD nina.knape@ 8< SPAM-Schutz, bitte entfernen >8 hwg-lu.de






