"Gemeinsam mehr erreichen - Teilhabe ausbauen – Räume gestalten – Wohnungslosigkeit überwinden", so lautete der Titel einer Tagung, die vom 18. bis 21. März in Augsburg stattfand. Initiert von der Wohnungslosen-Stiftung in Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, der Tür an Tür - Integrationsprojekte gGmbH sowie dem Frauen*Salon waren Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung, Bürger*innen, Sozialarbeiter*innen, Politiker*innen und Forscher*innen eingeladen, Probleme wohungungsloser Menschen zu erkennen und über Möglichkeiten besserer gesellschaftlicher Partizipation zu diskutieren. Denn wohnungslose Menschen, so die Veranstalter*innen in ihrem Call for Papers, "erfahren Ausgrenzung und eingeschränkte gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten. Ihnen wird häufig verwehrt, gesellschaftlich anerkannte Lebensmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen, ein menschenwürdiges Leben zu führen und gesellschaftliche Normalität und Zugehörigkeit zu erleben."
Der Call erreichte die Masterstudierenden inmitten der Abschlussphase ihres zweisemestrigen Lehrforschungsprojekts zum Thema "Transversalität in der Wohnungslosenhilfe", das unter Leitung von Prof. Dr. Peter Rahn und Prof. Dr. Jörg Reitzig im Sommer- und Wintersemester 2025/26 im Masterstudiengang Soziale Arbeit der HWG durchgeführt wurde. Nach kurzer Diskussion im Projekt entschieden die Studierenden Kerstin BrunneSarah Kuntermann, Gabriela Podlinski, Felix Resch, Sofie-Meret Schmitt und Henning Zimmermann die Herausforderung anzunehmen und sich mit einer Posterpräsentation ihrer Forschungsergebnisse für die Tagung zu bewerben. Die Offerte wurde von den Veranstalter*innen aufgegriffen und als Beitrag am dritten Konferenztag im Themenblock "Peers zwischen Lehre und Lernen" platziert. Für alle Projektbeteiligten gleichermaßen eine Freude und große Herausforderung, galt es nun doch, aus den schriftlichen Berichten der einzelnen qualitativen empirischen Erhebungen innerhalb des Projekts eine gemeinsame Synthese zu formulieren und in die knappe Darstellungsform eines Posters zu übersetzen. Gleich zu Beginn des anlaufenden Sommersemesters gelang es aber die erforderlichen Arbeiten und Abstimmungsprozesse miteinander zu bewältigen. Und so startete am Ende der zweiten Vorlesungswoche schließlich eine Gruppe der HWG Ludwigshafen vom Bahnhof Mannheim in Richtung Augsburg. Neben den beiden Lehrenden konnte ein Teil der forschenden Studierenden ihre Konferenzteilnahe zeitlich ermöglichen. Im Hinblick auf die anfallenden Kosten wurden sie dabei dankenswerterweise durch die Forschungsförderung der HWG unterstützt.
In ihrem Beitrag argumentierten die Studierenden, dass transversalen Praxen - eine theoretische Denkfigur mit besonderem Fokus auf die Gruppe als Subjekt (der Sozialen Arbeit) und kollektive Handlungspraktiken, die sich quer (transversal) zu hegemonialen Institutionen wie Familie, Schule, Profession u.ä. entfalten - eine hohe Bedeutung für kooperative Problembearbeitungen und der Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe zugeschrieben werden kann. Derartige Praxen, so ein Fazit der Forscher*innen, entfalten sich vor allem dort, wo Soziale Arbeit offene und nicht exklusive Räume schafft, die eigensinnig durch die Nutzer* innen gestaltbar sind. Durch die eingenommene Perspektive rückt zugleich die relationale Bedeutung des Kollektiven in den Vordergrund partizipativer Sozialer Arbeit. In der anschließenden Diskussion waren die präsentierenden Studierenden dann vor allem gefordert den praktischen Wert ihrer Forschungsperspektive eingehender zu erläutern. Keine einfache Aufgabe angesichts eines sehr heterogenen Auditoriums, die den Vortragenden aber mit großer Souveränität zu meistern gelang.



