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Corona-Vorbeugung der besonderen Art: HWG LU-Studentin wird im Auslandssemester in Australien in historische Quarantänestation umgesiedelt

HWG LU-Studentin Arzu Taj vor der International College of Management in Australien (Bild: privat)
Hier ist die Welt noch in Ordnung und Covid-19 kein Thema. Das Bild wurde vor dem International College of Management in Australien aufgenommen. (Bild: privat)
Sydney Opera House im Sonnenuntergang
Sydneys Wahrzeichen: Das Opera House vor der untergehenden Sonne.
International College of Management in Sydney (Bild: privat)
Studieren und wohnen in einem Märchenschloss: das International College of Management in Sydney. (Bild: privat)
Arzu Taj am Strand von Sydney Quarantine Station
So schön kann Quarantäne sein: Am Strand von Sydney Quarantine Station.
Die Studierenden sind in Quarantine  Station in Holzhäuschen untergebracht.
Jeder Student hat ein eigenes Zimmer in den Holzhäuschen von Q Station.
Historische Aufnahme: Quarantine Station vor 100 Jahren
Historische Aufnahme: So sah es in Quarantine Station während der Pandemie vor 100 Jahren aus.
Arzu Taj im International College of Management
Hat in Corona-Zeiten schier Unglaubliches erlebt bei ihrem Auslandssemester in Australien: Arzu Taj im International College of Management in Sydney (alle Bilder: privat / Arzu Taj).

Arzu Taj studiert Controlling im Master an der HWG LU und will das Sommersemester an der International College of Management in Australien verbringen. Voller Vorfreude landet sie am 5. Februar 2020 in Sydney. Corona ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema für sie. Doch das soll sich schnell ändern, denn Covid-19 breitet sich weltweit aus und wird auch Australien zunehmend in Beschlag nehmen.

„In der ersten Zeit nach meiner Ankunft hatte ich das Vergnügen, an der International College of Management direkt ‚OnCampus‘ zu wohnen. Bei der Universität, an der ich im Master Entrepreneurship studiere, handelt es sich um eine internationale Privatuniversität im wunderschönen Manly. Zunächst wohnte ich direkt auf dem Campus im ‚Castle‘ – und zwar im dritten Stock, der Mädels-Etage. Die Vorlesungen fanden im Erdgeschoss statt, so dass ich bis zum Vorlesungssaal nur den Fahrstuhl benutzten brauchte“, schildert Arzu die erste Zeit ihres Auslandssemesters.

Rückreise nicht möglich
Doch schon bald ist klar, dass mit Fortschreiten der Pandemie die etwa 100 Studierenden aus dem Schloss der Universität ausziehen müssen – aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Durch die gemeinsame Nutzung von Toiletten und Duschen sei die Ansteckungsgefahr zu hoch. An einem Montag spätabends um 23 Uhr erreicht die Bewohner ein offizielles Schreiben der Universität. Binnen zwei Tagen müssen Arzu und ihre Kommilitonen ihre Sachen packen und das Schloss verlassen. Eine Rückreise in die Heimat ist zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr möglich. Die Flüge der deutschen Kommilitonen sind gestrichen. Stattdessen werden die Studierenden der International School of Management in die Sydney Quarantine Station umgesiedelt.

Die Geschichte der australischen Quarantine Stations führt bis ins 14. Jahrhundert zurück. Um die Küstenstädte vor Pestepidemien zu schützen, mussten Schiffe, die aus Häfen betroffener Städte wie Venedig einliefen, 40 Tage lang vor Anker liegen, bevor sie entladen werden duften. Sydney Quarantine Station umfasst heute eine Reihe von denkmalgeschützten Gebäuden und befindet sich auf der Nordseite des Sydney Harbour. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde ‚Q-Station‘ genutzt, um die Ausbreitung ansteckender Krankheiten wie der Spanischen Grippe zu verhindern. Über die Zeit waren dort unter anderem Einwanderer und Soldaten, die aus den Weltkriegen zurückgekehrt waren, stationiert. Heute ist in der einstigen Quarantänestation ein Hotel- und Restaurantbetrieb mit angebundenem Veranstaltungs- und Konferenzzentrum angesiedelt. Für Touristen werden auf dem Gelände historische Führungen angeboten. Höhepunkt: Gespenstervorstellungen von verstorbenen Angestellten und Kranken der Quarantänestation.

Zu einer Familie zusammengewachsen
Dass die Anlage jemals wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden würde – damit hatte wohl niemand gerechnet. Zumindest bis Corona. Nun belegen die internationalen Studierenden der International School of Management die Zimmer. Glücklicherweise nicht, weil sie sich infiziert hätten, sondern um sich zu schützen. Jeder hat nun ein eigenes Bad zur Verfügung, so dass die Ansteckungsgefahr minimiert werden konnte. Der plötzliche Umzug und die gemeinsamen Erlebnisse in ihrem Corona-Auslandssemester haben die Studierenden, die aus Argentinien, Deutschland, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Kolumbien, Mauritius, Myanmar, Nepal und Südafrika stammen, auf eine harte Probe gestellt, aber auch zusammengeschweißt. Auf die Frage, wie es ihr nach der Umsiedlung erging, antwortet Arzu: „Natürlich fühlt man sich zu so einer Zeit etwas mulmig auf einem fremden Kontinent, von dem man nicht heimreisen kann, und während einer Pandemie, von der man so wenig weiß. Aber ich hatte das Glück, von anderen internationalen Studierenden umgeben zu sein, die ich heute Freunde nennen darf. Wir sitzen in einem Boot, passen aufeinander auf und kümmern uns um unser gegenseitiges Wohlbefinden.“

Isolation in einer traumhaften Umgebung
Die Kommilitonen dürfen nicht zusammen essen und müssen Abstand voneinander halten. Entschädigt werden sie dadurch, dass sie ihre Isolation in einer traumhaften Umgebung verbringen dürfen: Die Quarantine Station liegt in einem Nationalpark mitten im Grünen, umgeben von Wildtieren und einem privaten Strand. Aus Sicherheitsgründen sind die Studierenden jedoch tatsächlich isoliert und dürfen keine Besucher empfangen; niemand hat Zugang zur Quarantine Station.

Arzu sieht es als Ironie des Schicksals: „Die ‚Quarantine Station‘ wurde für Pandemien gebaut und vor hundert Jahren für die letzte Pandemie genutzt. Vor meiner Einreise nach Australien wusste ich nicht mal, dass es Quarantänestationen für Pandemien gibt. Jetzt hat es mich selbst in eine verschlagen, und ich befinde mich inmitten einer Pandemie in Sydney in Quarantäne. Es kommt mir selbst vor wie in einem Film.“

Mittlerweile kann sie mit der Situation gut umgehen: „Mir geht‘s soweit gut. Ich versuche, das Beste aus der Zeit zu machen. Es ist die perfekte Zeit, um über das Leben nachzudenken und sich selbst besser kennenzulernen – mit eigenen Interessen, Schwächen und Stärken.“ Zum jetzigen Zeitpunkt weiß Arzu noch nicht, wann sie wieder nach Deutschland zurückkehrt. Ihr Studentenvisum läuft am 20. Juni aus. Diese Zeit will sie nutzen, um weiterhin Online-Kurse zu absolvieren, Examen online abzulegen und so das Semester regulär zu beenden – das letzte Examen steht am 19. Juni an. Dank eines speziellen Covid 19-Visums der australischen Regierung kann Arzu aber auch danach im Land bleiben, bis sie einen Heimflug gefunden hat.


Vielen Dank, liebe Arzu, dass Sie sich mit diesem aufregenden Bericht bei uns gemeldet haben. Wir wünschen Ihnen alles Gute und drücken die Daumen, dass das Auslandssemester nun in ruhigeren Bahnen verläuft, Sie Ihre Prüfungen bestehen und bald gesund nach Deutschland zurückkehren können und noch viele schöne Erlebnisse mitbringen!

HWG LU-Studentin Arzu Taj vor der International College of Management in Australien (Bild: privat)
Hier ist die Welt noch in Ordnung und Covid-19 kein Thema. Das Bild wurde vor dem International College of Management in Australien aufgenommen. (Bild: privat)
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